Fragen und Antworten

Lehrplan 21

Gilt der Lehrplan 21 auch für die Gymnasien?
Nein. Der Lehrplan 21 gilt für Kindergarten bis und mit Sekundarstufe. Die 22 Zürcher Gymnasien haben eigene Lehrpläne und Stundentafeln.

Welche Auswirkungen hat der Lehrplan 21 auf das Gymnasium?
Die Gymnasien müssen die Schülerinnen und Schüler aus der Volksschule auf dem richtigen Kompetenzstand abholen. Dies soll durch konkrete Massnahmen gefördert werden:

  • Die Gymnasien überarbeiten ihre Lehrpläne systematisch und stimmen sie dabei auf den Lehrplan 21 ab.
  • In den Untergymnasien wird die Einführung der Fächer «Informatik» und «Religionen, Kulturen, Ethik» angestrebt.
  • Die Untergymnasien stimmen ihre Stundentafeln auf den Lehrplan 21 ab.

MINT-Stärkung

Was bedeutet MINT?
MINT steht für Unterrichtsfächer in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Warum wird der MINT-Bereich gestärkt?
Heute machen die MINT-Fächer am Untergymnasium lediglich einen Viertel der Stundentafeln aus. Informatik wird nicht an allen Untergymnasien angeboten. Die Stärkung des MINT-Bereichs leistet einen Beitrag im Umgang mit den Herausforderungen der Digitalisierung und trägt dem steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften im MINT-Bereich Rechnung.

Wie sieht die MINT-Stärkung am Gymnasium konkret aus?
Am Obergymnasium wird das Fach «Informatik» eingeführt. Am Untergymnasium wird die Lektionendotation der MINT-Fächer erhöht und – analog zu den Sekundarschulen – die Einführung des Fachs «Informatik» angestrebt.

Wie viele Lektionen sind für die MINT-Fächer vorgesehen?
Heute werden am Untergymnasium gut 7.5 MINT-Lektionen pro Woche unterrichtet. Angedacht ist, die Untergymnasien zu mindestens 8.5 MINT-Lektionen pro Woche zu verpflichten. Im Fach Informatik steht für das Untergymnasium eine Dotation von 1 Jahreslektion zur Diskussion. Für das Obergymnasium ist die Projektgruppe der Meinung, dass eine Informatikdotation von 4 Jahreslektionen sinnvoll wäre – unter der Bedingung, dass der Kanton mindestens 2 davon zusätzlich finanziert.

Auf Kosten welcher Fächer wird MINT gestärkt?
Welche Fächer Lektionen abgeben, hängt von der heutigen Stundentafel des jeweiligen Gymnasiums ab, ist also von Gymnasium zu Gymnasium unterschiedlich. Auch aufgrund der schulischen Freiheit können sich die Lösungen der einzelnen Gymnasien zu einem gewissen Grad unterscheiden.

Schwächt die neue Stundentafel die Sprachen?
Nein. Dem starken MINT-Bereich steht ein starker Sprachbereich gegenüber: Das Untergymnasium hat mehr Sprachlektionen als der Lehrplan 21, Englisch wird an jedem zweiten Untergymnasium ausgebaut und neu sollen alle Untergymnasien einen immersiven Lehrgang anbieten können.

Homogenes Untergymnasium

Wie stark unterscheiden sich die Stundentafeln der Untergymnasien heute?
Die Unterschiedlichkeit hängt vom Fach ab:

  • Sport, Musik und bildnerisches Gestalten sind kantonsweit einheitlich dotiert.
  • In Geographie, Geschichte und Biologie liegt die Dotation zwischen 1 und 2.5.
  • In Englisch und Latein liegen die Extreme über 2 Wochenlektionen auseinander.
  • Informatik, Chemie und Physik werden nicht an allen Untergymnasien unterrichtet.

Warum werden Mindestdotationen vorgegeben?
Mit Mindestdotationen lässt sich sicherstellen, dass den einzelnen Fächern ausreichend Gewicht beigemessen wird – trotz der Stärkung des MINT-Bereichs und der Einführung der neuen Fächer.

Wie einheitlich sind die Stundentafelvorgaben für das Untergymnasium?
Die Diskussionsgrundlage sieht vor: 30 Lektionen sind fix vorgegeben. Bis zu 4 zusätzliche Lektionen können die Schulen selbst verteilen, wobei 1.5 dieser Lektionen dem MINT-Bereich zuzuordnen sind.

Schulische Freiheit

Warum werden für das Obergymnasium keine Vorgaben gemacht?
Für das Obergymnasium sind Fächerkatalog, Stundentafel-Bandbreiten und Rahmenlehrpläne durch das Maturitätsanerkennungsreglement (MAR) vorgegeben. Der Kanton macht punktuell Vorgaben, beispielsweise bei der MINT-Dotation.

Warum sind Lehrplan und Stundentafel nicht kantonal vorgegeben?
Am Gymnasium unterrichten ausschliesslich Fachlehrpersonen. Die schulischen Fachschaften erarbeiten ihre unterrichtsleitenden Dokumente als Expertenorganisation selbst. Dies sichert die Lehrfreiheit und ermöglicht eine hohe Identifikation mit den eigenen Vorgaben. Gleichzeitig sorgen die Absprachen innerhalb der Fachschaft für ausreichende Verbindlichkeit.

Fächerkatalog

Welche neuen Fächer werden eingeführt?
Am Untergymnasium wird die Einführung der Fächer «Informatik» und «Religionen, Kulturen, Ethik» angestrebt.
Am Obergymnasium wird das obligatorische Fach «Informatik» eingeführt sowie die Einführung des neuen Schwerpunktfachs «Philosophie/Pädagogik/Psychologie» angestrebt.

Welche Schulen führen das Schwerpunktfach «Philosophie/Pädagogik/Psychologie» ein?
Welche Schulen das Schwerpunktfach «Philosophie/Pädagogik/Psychologie» einführen, ist noch nicht entschieden. Es ist anzustreben, dass jedes Einzugsgebiet das Schwerpunktfach im Angebot hat. Die Schulleiterkonferenz der Mittelschulen des Kantons Zürich koordiniert die Anträge der Schulen an den Bildungsrat.

Lehrplan und Fachschaftsrichtlinien

Was sind Fachschaftsrichtlinien?
Fachschaftsrichtlinien sind unterrichtsleitende Dokumente, die die Fachlehrpläne konkretisieren. Darüber hinaus beinhalten sie fachschaftsinterne Abmachungen – beispielsweise zur Häufigkeit, Form und Benotung von Klausuren.

Sind die neuen gymnasialen Lehrpläne kompetenzorientiert?
Die schulischen Lehrpläne und Fachschaftsrichtlinien geben sowohl die Inhalte als auch die Ziele des Unterrichts vor. Zu den Zielen gehören unter anderen Kompetenzziele. Diese Vorgaben zur Form von Lehrplänen und Fachschaftsrichtlinien sollen Teil des Reglements sein.